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03.06.2010, 12:33 Uhr | Übersicht | Drucken
Ausflug der CDU-Ortsverbände des südlichen Alb-Donau-Kreises
Südwestpresse Ulm v. 28.05.2010

Illertal.  Auf dem Sessel eines Landtagsabgeordneten im Münchner Maximilianeum sitzen oder die Atmosphäre im Airport Memmingen erleben. Die CDU im südlichen Alb-Donau-Kreis erfüllten sich diesen Traum-

Illerrieden / München / Memmingen -

Für 48 Mitglieder der CDU-Ortsvereine des südlichen Alb-Donau-Kreises hatte Illerriedens CDU-Ortsvorsitzender Siegfried Hutter einen Ausflug organisiert, der einmal mehr ein besonderes Erlebnis für alle Beteiligten wurde. Ziel war die bayerische Landeshauptstadt München und ein Besuch des Bayerischen Landtages. Auf der Rückfahrt an die Iller stand ein Besuch des Allgäu-Airports auf dem Programm.

War schon die Fahrt durch München beeindruckend, hatte das Maximilianeum auf dem östlichen Isar-Hochufer in der Sichtachse der Maximilianstraße und der Maximiliansbrücke eine majestätische Wirkung auf die Besucher: Als "pathetische Kulissenarchitektur" übte das Gebäude eine großartige Fernwirkung aus. Ganz genau, wie es König Max II im Oktober 1857 beabsichtigt hatte.

Bei einem einstündigen Rundgang durch das Maximilianeum, das während des zweiten Weltkrieges zu zwei Dritteln zerbombt und wieder aufgebaut wurde, erfuhren die Besucher Wissenswertes über die Geschichte des Gebäudes, der Studienstiftung und der Gegenstände aus dem Grundstein des Maximilianeums. Letzterer wurde im Jahr 1989 bei Erdarbeiten zum Bau einer Tiefgarage entdeckt. Er enthielt Portraits von König Maximilian II und Marie von Preußen, gemalt auf Nymphenburger Porzellantafeln, sowie die Grundsteinurkunde, Baupläne und sämtliche Geldmünzen, die 1857 in Bayern kursierten.

Erläutert bekamen die CDU-Vertreter die Pläne Maximilians II, der auf der Isarhöhe einen großen Nationalbau "zur Hebung des monarchischen nationalen Volksgeistes" errichten wollte und ausserdem die Idee hatte, ein Athenäum errichten zu lassen. Damit sollte eine Anstalt mit dem Ziel entstehen, "talentvollen bayerischen Jünglingen die Erreichung jener Stufe wissenschaftlicher und geistiger Ausbildung zu erleichtern, welche zur Lösung der höheren Aufgaben des Staatsdienstes erforderlich ist". Die Stiftung hat sich bis heute erhalten. Seit 1980 profitieren neben "bayerischen Jünglingen" auch bayerische Mädchen von der Einrichtung. Ganz einfach ist es nicht, das umfangreiche Aufnahmeverfahren zu bestehen. Von 400 Abiturienten mit einem Notendurchschnitt von 1,0 werden jedes Jahr nur sechs bis neun Kandidaten aufgenommen. Die Stipendiaten erhalten für die Dauer ihres Studiums freie Kost und Logis im Maximilianeum für die Dauer ihres Studiums. Franz Josef Strauss gehörte zu den wohl bekanntesten Studenten.

Begeistert waren die Gäste aus dem Alb-Donau-Kreis, als sie im Plenum Platz nehmen durften. Nicht so glücklich war Siegfried Hutter selbst, er hatte sich ausgerechnet auf den Stuhl des Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion Markus Rinderspacher gesetzt, was ihm vorher freilich niemand gesagt hatte.

Natürlich mussten die Eindrücke des Landtagsbesuches ausgiebig verdaut werden. Wo anders als in der "Schwemme" des Hofbräuhauses wäre das besser möglich gewesen. Froh gelaunt wurde die Rückreise angetreten, die nach Memmingen führte, wo im dortigen Flughafen, dem übrigens kleinsten in Bayern, ebenfalls eine Führung anberaumt war. Auch hier stand eine lebendige Geschichte des früheren "Fliegerhorstes Memmingerberg" auf dem Programm. Dabei erfuhren die Besucher von der Anlegung des Militärflugplatzes im Jahr 1935, welche Kampfgeschwader dort angesiedelt waren und dass schwere Bombenangriffe den Platz 1944 völlig zerstörten. Ab 1954 nutzten die Amerikaner das Areal als Übungsplatz. Mit großem Erstaunen war zu vernehmen, dass während des kalten Krieges amerikanische Atomwaffen auf dem Gelände gelagert wurden. Inzwischen waren die Amerikaner von der Bundeswehr abgelöst worden. Als im Juni 2003 das "Geschwader Allgäu" aufgelöst wurde, war der Weg frei für die Zulassung als regionaler Verkehrsflughafen. Heute präsentiert sich der "Airport Allgäu". Für 2010 wird mit über einer Million Passagieren gerechnet. Flüge ab Memmingen gibt es in viele Länder unter anderem nach Neapel, Kreta, London, Mallorca und Antalya. Im Restaurant der Abfertigungshalle ließen die CDU-Politiker den Tag ausklingen.



aktualisiert von Thomas Bug, 03.06.2010, 12:36 Uhr


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